Die Kinderärztin beantwortet eure Fragen!
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Die ePA wird es ab dem 15.01.2025 für alle Versicherten geben, also auch für Kinder. Grundsätzlich eine gute Sache, finden wir Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen. Ein Beispiel: ein Kind braucht ein Antibiotikum. Die Mutter sagt mir jedoch, ihr Kind habe vor einigen Jahren schon einmal ein Antibiotikum von einem anderen Arzt verschrieben bekommen, darauf aber allergisch reagiert. Nur wie das Mittel hieß, daran könne sie sich nicht mehr erinnern. Mit der ePA kein Problem. Ich kann nachschauen und ein anderes Mittel verordnen. Außerdem sollen mit der ePA anonymisiert Millionen Daten gesammelt werden für die Forschung. Wenn künftig eine Pandemie in Deutschland wütet, können wir besser darauf reagieren, weil wir nicht auf Forschungsdaten aus Amerika oder Australien zurückgreifen müssen.
Neben dem großen Nutzen gibt es aber auch Bedenken gegen die ePA. Sie betreffen die Datensicherheit. Die Experten des Chaos Computer Club (CCC) haben schwerwiegende Sicherheitslücken gefunden. Hacker können potenziell an die Gesundheitsdaten der Versicherten kommen. Die für die ePA verantwortliche Gematik räumte ein, dass solche Angriffsszenarien technisch denkbar seien, betonte jedoch, dass sie in der Praxis als äußerst unwahrscheinlich gelten. Hier muss also dringend nachgearbeitet werden. Außerdem ist die rechtliche Situation unsicher, wenn Eltern sich zum Beispiel in Sorgerechtsfragen oder bei Gesundheitsthemen nicht einig sind. Auch wollen wir nicht, dass manche Diagnose, die nur in der Kindheit eine Rolle spielen, die Kinder bis ins Erwachsenenalter begleiten oder von Dritten eingesehen werden können. Bis die ePA rundum sicher ist, empfehlen wir Patienteneltern daher, sich im Zweifel erstmal gegen die ePA für die Kinder zu entscheiden.
Eure Fragen beantwortet:
Dr. Melanie Ahaus
niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig, verheiratet, 2 Kinder,
Mitglied im Berufsverband der Kinder -und Jugendärzt:innen
Adina Schütze · 11.03.2025
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