Seepferdchen reicht nicht zum sicheren Schwimmen
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Seepferdchen ist kein Nachweis für sicheres Schwimmen
Viele Eltern verbinden das Seepferdchen mit einer gewissen Sicherheit im Wasser. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sieht das anders. Nach Einschätzung der DLRG gilt ein Kind mit Seepferdchen noch nicht automatisch als sicherer Schwimmer.
Beim Seepferdchen müssen Kinder unter anderem 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser heraufholen. Für die DLRG reicht das noch nicht aus, um sich dauerhaft sicher im Wasser bewegen zu können. Erst das Bronze-Abzeichen gilt aus Sicht der Rettungsschwimmer als Nachweis für sicheres Schwimmen.
Warum über strengere Freibadregeln gesprochen wird
Bundesweit wird darüber diskutiert, ob Kinder und Jugendliche ohne Schwimmabzeichen künftig nur noch in Begleitung ihrer Eltern ins Freibad dürfen. Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister fordert strengere Regeln. Demnach sollen unter 16-Jährige ohne entsprechendes Schwimmabzeichen nur noch gemeinsam mit ihren Eltern ins Freibad gehen dürfen.
Die DLRG kann den Wunsch nach mehr Sicherheit grundsätzlich nachvollziehen. Beim Bronze-Abzeichen müssen Kinder und Jugendliche 15 Minuten am Stück schwimmen. Außerdem müssen sie angstfrei ins Wasser springen, sich unter Wasser orientieren und einen Gegenstand aus zwei Metern Tiefe heraufholen.

Mehr Sicherheit braucht auch mehr Angebote
Aus Sicht der DLRG beginnt genau hier die eigentliche Frage. Wenn ein Bronze-Abzeichen zur Voraussetzung gemacht wird, müssen Kinder und Jugendliche auch die Möglichkeit bekommen, es zu erwerben. Dafür braucht es ausreichend Schwimmkurse, Schwimmunterricht und Wasserzeiten.
Auch in Chemnitz ist die Nachfrage nach Schwimmkursen laut DLRG hoch. Besonders gefragt sind Kurse für Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren. Gleichzeitig wächst auch das Interesse an Angeboten für Jugendliche und Erwachsene.
Die DLRG fordert deshalb nicht nur mehr Schwimmunterricht, sondern auch zusätzliche Wasserzeiten für Vereine und Schwimmschulen. Denn wer sicher schwimmen lernen soll, braucht regelmäßige Übungsmöglichkeiten.
Warum strengere Regeln neue Risiken schaffen könnten
Eine strengere Zutrittsregel könnte aus Sicht der DLRG auch unerwünschte Folgen haben. Wenn Kinder und Jugendliche ohne Schwimmabzeichen nicht mehr ins Freibad dürfen, könnten sie sich andere Badeorte suchen.
Besonders gefährlich wären unbewachte Seen oder andere Freigewässer. Dort gibt es keine Badaufsicht, keine Rettungsschwimmer und oft schwer einschätzbare Bedingungen. Aus Sicht der DLRG könnte eine gut gemeinte Regelung deshalb neue Risiken schaffen.
Eltern bleiben in der Verantwortung
Für Familien ist die Debatte vor allem ein wichtiger Hinweis: Ein Schwimmabzeichen ersetzt keine Aufmerksamkeit. Eltern tragen weiterhin Verantwortung dafür, wie sicher sich ihre Kinder im Wasser bewegen.
Wer unsicher ist, sollte Schwimmfähigkeit realistisch einschätzen und bei Bedarf zusätzliche Kurse nutzen. Die Botschaft der DLRG ist dabei klar: Es ist nie zu spät, Schwimmen zu lernen.
Redaktion Kind+Kegel · 15.06.2026
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