Kinderwunsch im Wandel: Elternschaft neu gedacht

alle Bilder: Sachsen Fernsehen

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Kinder zu bekommen galt lange als selbstverständlicher Teil des Lebens. Heute wird diese Entscheidung bewusster getroffen. Soziologe Louis Lang erklärt, wie sich Lebensentwürfe, Erwartungen an Elternschaft und der Blick auf gesellschaftliche Krisen verändert haben.

Familie ist nicht mehr der einzige Lebensentwurf

Kinder zu bekommen war lange ein selbstverständlicher Teil des Lebenslaufs. Heute wird die Entscheidung für oder gegen Elternschaft bewusster getroffen. Auch in Sachsen zeigt sich dieser Wandel. Soziologe Louis Lang beschäftigt sich damit, wie Menschen über Elternschaft entscheiden und welche gesellschaftlichen Veränderungen dabei eine Rolle spielen.

Laut Lang begann sich das Bild von Familie bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren zu verändern. Verhütungsmittel, neue Familienformen und eine liberalere Sexualmoral eröffneten mehr Möglichkeiten für die eigene Lebensplanung. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werde Elternschaft zudem nicht mehr automatisch als notwendiger Teil eines gelungenen Lebens verstanden. Andere Lebensentwürfe hätten gesellschaftlich an Bedeutung gewonnen.

Hohe Erwartungen an Eltern

Gleichzeitig sind die Ansprüche an Elternschaft gestiegen. Besonders Mütter stehen nach Einschätzung des Soziologen unter starkem Druck. Von ihnen werde erwartet, sich intensiv um die Kinder zu kümmern, beruflich erfolgreich zu sein, gut auszusehen und zugleich die Partnerschaft zu organisieren. Lang beschreibt dieses Ideal als kaum vollständig erfüllbar.

Auch praktische Fragen beeinflussen die Entscheidung für Kinder. Im Beitrag nennen junge Menschen etwa berufliche Sicherheit, finanzielle Möglichkeiten und Unterstützung im Alltag. Dazu kommen Sorgen über Kriege, politische Entwicklungen, die Folgen der Corona-Zeit oder die Klimakrise.

 

Krisen sind selten der einzige Grund

In seinem Forschungsprojekt beobachtet Lang allerdings, dass gesellschaftliche Krisen nur bei wenigen Menschen der alleinige Grund gegen eigene Kinder sind. Häufiger würden sie Teil einer größeren Abwägung. Elternschaft werde von den Befragten grundsätzlich hoch bewertet, gleichzeitig aber als anspruchsvoll und mit Verzicht verbunden wahrgenommen.

Die Unsicherheit darüber, wie die Welt oder die Gesellschaft in 20 Jahren aussehen wird, könne diese Abwägung verstärken. Für manche stellt sich deshalb die Frage, ob sie eigene Kinder bekommen möchten. Eine im Beitrag befragte Person kann sich beispielsweise Adoption als Alternative vorstellen.

Elternschaft wird zur bewussten Entscheidung

Damit hat sich die Frage nach Familie verändert. Elternschaft ist heute nicht mehr automatisch vorgegeben, sondern stärker Teil der persönlichen Lebensplanung. Für euch als Familien bedeutet das auch: Lebensentwürfe werden vielfältiger, während zugleich neu darüber diskutiert wird, unter welchen Bedingungen Familie entstehen kann und welche Erwartungen an Eltern gestellt werden.

Redaktion Kind+Kegel · 26.08.2026


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