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Gloria Wintermann · 09.04.2018

Susanne Schoen - Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Dresden. Quelle: Susanne Schoen

Susanne Schoen - Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Dresden. Quelle: Susanne Schoen

Mütter und Väter beim beruflichen Wiedereinstieg zu unterstützen, Hilfsangebote für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen – das hat sich Susanne Schoen u.a. auf ihre Fahnen geschrieben. Seit 2012 bietet sie regelmäßig Informationsveranstaltungen in Dresden an, berät dort Eltern, wie sie nach der Erziehungszeit auf dem Arbeitsmarkt wieder durchstarten können. Dabei hat sie besonders auch die Interessen alleinerziehender Eltern im Blick.

 

 

Viele wissen gar nicht, dass es eine Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Dresden gibt. Was genau kann man sich unter Ihrer Tätigkeit vorstellen?

Meine Stelle ist vom Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch II §18e geregelt. Ich unterstütze und berate das Jobcenter in Fragen der Gleichstellung von Männern und Frauen z.B. beim beruflichen Wiedereinstieg nach einer Familienphase, Eingliederung in Arbeit und Ausbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als direkt der Geschäftsführung unterstellt, sehe ich mich als deren Impulsgeber, Unterstützungsmöglichkeiten zu organisieren, z.B. für Alleinerziehende und Erziehende, die beruflich wieder Fuß fassen wollen.

 

Das klingt noch recht abstrakt. Was genau machen Sie denn da?

Dazu muss ich etwas ausholen. Im Jobcenter Dresden gibt es derzeit elf Arbeitsvermittlerteams. Eine meiner Aufgaben in den letzten Jahren war es, in jedem Team eine/n Koordinator/in für die Belange Dresdner Alleinerziehender und Erziehender zu etablieren. Mindestens einmal im Quartal trifft sich diese Koordinatorinnenrunde, die derzeit nur aus Frauen besteht, unter meiner Leitung. Beim Treffen tauschen wir Unterstützungsmöglichkeiten für Alleinerziehende und Erziehende aus. Ich erhalte Feedback von den Koordinatorinnen, wo Hilfsbedarf und Probleme bestehen. Dabei liegt der Schwerpunkt auch auf Eltern, die zwar nicht den Status alleinerziehend haben, aber dennoch benachteiligt sind, z.B. wenn der Partner auf Montage oder chronisch krank ist. Durch die Koordinatorinnen werden praktische Informationen an die Vermittlungsteams des Jobcenters transportiert, ohne dass ich selbst direkten Kontakt zu den betreffenden Eltern habe. Ich bin keine Arbeitsvermittlerin.

 

Das Jobcenter ist Mitglied im Alleinerziehenden Netzwerk Dresden. Welche Unterstützungsangebote gibt es speziell für alleinerziehende Eltern? Woher erfahren Sie von den Angeboten?

Wir haben gemeinsam mit dem Alleinerziehenden Netzwerk Dresden eine Broschüre herausgebracht: „Allein mit Kind?“. Darin sind Anlaufstellen und konkrete Ansprechpartner benannt, an die sich die Betreffenden bei Fragen zu allgemeinen Rechtsansprüchen, Kindertagesbetreuung, körperlicher -, seelischer Gesundheit, sozialer Beratung, Rechtsberatung, Selbsthilfe u.a. wenden können. Dresden ist diesbzgl. sehr breit aufgestellt. Die Broschüre ist daher durchaus auch für nicht alleinerziehende Mütter und Väter interessant. Die Angebote bekomme ich teilweise zugeschickt. Z.B. schicken mir einige Beratungsstellen regelmäßig Flyer, die ich dann an die Koordinatorinnen weitergebe oder die ich im Jobcenter auslege, allerdings nur von kostenfreien Angeboten.

Weiterhin habe ich gemeinsam mit dem Alleinerziehenden Netzwerk Dresden die diesjährige 3. Messe für alleinerziehende Mütter und Väter mitgeplant. Dort wird dann eine Auswahl von Ansprechpartnern für Hilfsangebote eingeladen, z.B. Beratungsstellen, Unternehmen mit familienfreundlichen Arbeitsplätzen, Arbeitgeber-Service, Familienkasse, Amt für KITA-Betreuung u.a.

 

Eines Ihrer Themen ist, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzutreten und überhaupt erst einmal wieder in Lohn und Brot zu kommen. Viele gehen einer Erwerbstätigkeit nach und sind trotzdem auf ALGII angewiesen. Sie bieten monatlich Informationsveranstaltungen, speziell für Erziehende und Alleinerziehende in Dresden an. Worum geht es da genau?

Wir laden gezielt zu den Informationsveranstaltungen ein. Eine richtet sich an Muttis und Vatis in der Erziehungszeit, die noch keinen Kinderbetreuungsplatz haben und den Wiedereinstieg ins Berufsleben planen. Grob gesagt, informiere ich darin rund um die Themen Betreuungsantrag, zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten, Arbeitsmarkt, Weiterbildung u.a. Die zweite Veranstaltung ist an arbeitslose Muttis und Vatis adressiert, die schon einen KITA-Platz haben und sich Hilfe bei der Arbeitsvermittlung wünschen. Ich stelle bei einem gemeinsamen Gang durch das Jobcenter u.a. unseren Marktplatz mit Stellenangeboten, unsere Jobvermittlung für Mini-Jobs vor, gebe Hilfe, wie man am besten einen Job finden kann. Eltern können ihre Kinder gern zu den Terminen mitbringen. Wir haben im Jobcenter ein tolles Kinderzimmer mit Kinderbetreuung und ich biete eine kleine Spielecke in meinen Informationsveranstaltungen an.

 

Was wollen Sie den alleinerziehenden Müttern und Vätern aus Dresden gern mit auf den Weg geben?

Sie sind nicht allein. Es gibt ganz viele Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in Dresden, wo sie Hilfe bei verschiedenen Fragen bekommen können. Meist ist alleinerziehend zu sein auch nur eine Phase im Leben. Nutzen Sie diese Phase, um auch ihr soziales Netzwerk (Großeltern, Freunde, Bekannte) auszubauen und scheuen Sie sich nicht, um Unterstützung zu bitten.

 

Ihr möchtet mehr zu diesem Thema wissen? Dann klickt hier - wir haben für euch einen kleinen Survival-Guide für Ein-Eltern-Familien zusammengestellt!

Kontakt:

Susanne Schoen

Jobcenter Dresden, Budapester Str. 30, 01069 Dresden

Telefon: 0351/ 475-3859

E-Mail: Jobcenter-Dresden.BCA@jobcenter-ge.de

Internet: www.dresden.de/jobcenter

 

Tags: alleinerziehend , alleinerziehende Eltern , Dresden , Single

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