Kaleidoskop

Aus dem Nähkästchen geplaudert // Der Weihnachtsmann

Kathrin Gennies · 01.12.2017

Was macht der Weihnachtsmann eigentlich, wenn er gerade keine Geschenke verteilt und Kekse isst? Und wird ihm beim Schlitten fahren schlecht? Wir haben einen gefragt, der es wissen muss: Den Weihnachtsmann höchstpersönlich. In unserem Interview plaudert er aus dem Nähkästchen.

Wie alt bist du?

Meine Kindheit ist der fünfte Teil meiner Lebenszeit. Meine Jugend ist der achte Teil. Und die Hälfte war ich Mann so meines Alters. Und seit vielen Jahren bin ich nun schon ein älterer Weihnachtsmann.

Wo wohnst du eigentlich?

Ganz weit oben im Norden. Dort, wo sich meine Rentiere wohlfühlen und fast das ganze Jahr über Schnee liegt.


Wohin können Kinder ihren Wunschzettel schicken?

Na, zu mir! Ist doch klar.

Wird dir im Schlitten manchmal schlecht?


Bevor es auf meine Reise geht, kochen mir meine Wichtel meinen Lieblingskräutertee. Der hilft sehr gut gegen Übelkeit! Und zum Glück reise ich so schnell, dass man gar nicht sieht wie hoch man ist. Und geht es mir doch mal schlecht, dann nasche ich bei den Familien ein paar Plätzchen und etwas Milch. Manchmal esse ich auch die Möhren meiner Rentiere, denn die sind das allerbeste gegen Übelkeit.

Bist du eigentlich mit einer Rute unterwegs?

Zum Glück brauche ich sie nur ganz selten. Meistens reicht es, die Kinder nur zu ermahnen.

Haben die Kinder manchmal auch Angst vor dir? Was machst du dann?

Manchmal haben Kinder Angst vor mir. Aber das brauchen sie nicht. Auch wenn ein strenger Tonfall schonmal nötig ist, gibt es auch immer viele schöne Dinge zu berichten. Ich komme ja nicht, um die Kinder zu bestrafen. Und wenn die Kinder Angst haben, bitte ich einfach die Eltern, mir ein Gedicht aufzusagen oder ein kurzes Lied anzustimmen. Danach hatte bisher kein Kind mehr vor mir Angst.

Was passiert, wenn du an Weihnachten krank wirst?

Da muss ich die Zähne zusammenbeißen. Aber nichts lässt einen schneller gesund werden als der Weihnachtszauber, frische Luft und eine schnelle Schlittenfahrt! Ich fahre auf alle Fälle zu den Kindern, denn ich möchte sie ja nicht enttäuschen. Und außerdem werden Weihnachtsmänner eigentlich nur im Sommer krank.

Warum bekommen manche Kinder viel mehr Geschenke als andere?

Hm. Das werde ich häufiger gefragt. Aber wisst ihr: Die vier größten Geschenke sind doch das Leben, die Liebe, die Fröhlichkeit und der Frieden. Und gerade in der Weihnachtszeit sollte man davon ganz viel weitergeben! Denn glücklich machen nicht nur die großen und vielen Geschenke. Nein, glücklich machen vor allem auch die Geschenke, die vom Herzen kommen. Das kann ein lieber Brief sein, ein warmer Tee für jemanden, der kein Zuhause hat, ein paar tolle warme Socken, ein Lächeln an der Kasse, ein paar selbstgebackene Kekse oder versöhnende Worte zu jemandem, mit dem man Streit hatte. Denn ist das nicht der Weihnachtszauber? Dass man seine Mitmenschen wahrnimmt?
Und ich selber freue mich immer am meisten über Selbstgebackenes!

Was machst du denn den Rest des Jahres so?

Oh, auch für den Weihnachtsmann gibt es den Rest des Jahres genug zu tun. Das Haus im kalten Norden muss in Ordnung gehalten werden: Glühbirnen wechseln, Holz hacken, die Heizung warten, den Schlitten reparieren und die Rentiere müssen versorgt werden. Und Weihnachten benötigt so viel Vorbereitung, dass das ganze Jahr schon vorgearbeitet werden muss. Zum Glück habe ich ganz viele Helfer die mich unterstützen!

 

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