Jugendfreiheitskonferenz in Dresden
alle Bilder: Sachsen Fernsehen
Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni
Am 17. Juni wurde in Deutschland an den Volksaufstand von 1953 in der DDR erinnert. In der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden setzten sich Schülerinnen und Schüler bei der Jugendfreiheitskonferenz mit diesem Datum auseinander. Im Mittelpunkt standen Fragen von Freiheit, Protest, staatlicher Gewalt und politischer Verantwortung.
Der historische Ort bot dafür einen besonderen Rahmen. Die Gedenkstätte war früher ein Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit. Für die Jugendlichen wurde Geschichte dort nicht nur erklärt, sondern auch unmittelbar erfahrbar.
Geschichte wurde vor Ort greifbar
Ein Teilnehmer berichtete von einem Workshop im Kellergefängnis. Der Rundgang sei für ihn eindrucksvoll gewesen, weil er den Ort selbst erlebt und über den Audio-Guide Informationen von Zeitzeugen erhalten habe.
Auch Sachsens Kultusminister Konrad Clemens begleitete die Jugendfreiheitskonferenz. Er betonte, dass politische Geschichte zwar auch im Unterricht vermittelt werde, ein authentischer Ort aber eine besondere Wirkung haben könne. Gerade ehemalige Gefängnis- und Verhörräume machten sichtbar, dass Repression tatsächlich stattgefunden habe.
Freiheit wurde zur persönlichen Frage
Neben der historischen Einordnung ging es für die Jugendlichen auch um die Frage, was Freiheit für das eigene Leben bedeutete. Ein Schüler beschrieb Freiheit als Möglichkeit, selbst über den beruflichen Weg und die persönliche Entwicklung entscheiden zu können.
Damit wurde die Veranstaltung auch zu einem Nachdenken darüber, welche Freiheiten junge Menschen heute als selbstverständlich erleben und welche Rechte in einer Diktatur nicht garantiert waren. In Workshops, Kunstprojekten und Rollenspielen setzten sich die Teilnehmenden mit Lebensrealitäten auseinander, in denen Meinung, Sicherheit und persönliche Entscheidungen eingeschränkt waren.

Zeitzeugenberichte machten DDR-Geschichte verständlich
In der Diskussion sprach auch Gunter Weißgerber, der die Entwicklungen in der DDR und die Zeit der friedlichen Revolution selbst miterlebt hatte. Er machte deutlich, dass Freiheit auch bedeute, unterschiedliche politische Meinungen auszuhalten.
Besonders eindrücklich war seine Beschreibung von Unsicherheit in einer Diktatur. Wer nicht wusste, ob eine Aussage gefährlich wurde, ob jemand mithörte oder ob Strafe drohte, lebte in ständiger Ungewissheit. Genau diese Erfahrung half dabei, die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Rechtssicherheit besser einzuordnen.
Demokratie blieb eine Aufgabe für heute
Am Ende blieb bei vielen Jugendlichen die Frage, wie selbstverständlich Freiheit wirklich war. Einige Eindrücke kreisten um Mut, Zusammenhalt und die Erfahrung, dass Menschen auch unter schwierigen Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben eintraten.
Für euch als Familien, Schulen und Jugendliche zeigte die Jugendfreiheitskonferenz, wie wichtig politische Bildung an konkreten Orten sein konnte. Die Gedenkstätte Bautzner Straße machte DDR-Geschichte nicht nur zum Unterrichtsthema, sondern zu einer Erfahrung, die Gespräche über Demokratie, Freiheit und Verantwortung anstieß.
Redaktion Kind+Kegel · 18.06.2026
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